Medizinisches Cannabis
im Straßenverkehr

Wie für alle Autofahrer gilt auch für Cannabispatient: Sie dürfen nach Angaben der Bundesregierung am Straßenverkehr teilnehmen, sofern sie aufgrund der Medikation nicht in ihrer Fahrtüchtigkeit eingeschränkt sind. Die Patienten müssten also in der Lage sein, das Fahrzeug sicher zu führen.

Dr. jur. Marc Herzog
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Verkehrs-, Straf- und Versicherungsrecht mit Sitz in Rosenheim sowie Lehrbeauftragter für Strafrecht betreut unter anderem Cannabispatient:innen bei allen rechtlichen Fragen zum Thema Fahrtüchtigkeit.

Dürfen Cannabispatienten
am Straßenverkehr teilnehmen?

Ja, Cannabispatienten dürfen Auto fahren, wenn sie dazu in der Lage sind. Es ist wichtig, zunächst vier bis sechs Wochen lang nicht zu fahren, um sich an das Medikament zu gewöhnen. Während dieser Zeit beobachtet der Arzt die Wirkung des Medikaments und wie der Körper reagiert. Patienten lernen auch, selbst einzuschätzen, ob sie fahrtüchtig sind. Es gibt keine festen Regeln, daher sollten Patienten vor jeder Fahrt ihre Fahrtüchtigkeit überprüfen.

Eingewöhnungs-phase

In der Eingewöhnungsphase von etwa vier bis sechs Wochen sollte man das Auto stehen lassen.

Original-Rezept

Cannabispatienten müssen keine speziellen Nachweise mitführen, aber es wird empfohlen, eine Rezeptkopie oder ein ärztliches Attest bei Verkehrskontrollen dabei zu haben.

Patientenausweis

Auch ein Patientenausweis ist dafür eine gute Möglichkeit.

Wie läuft die ärztliche Aufklärung zum Thema Fahrtüchtigkeit für Cannabispatienten ab?

Patienten erhalten zu Beginn ihrer Behandlung einen mehrseitigen Aufklärungsbogen, den sie mit ihrem/ihrer Arzt/Ärztin durchgehen und in dem sie über alle relevanten Aspekte rund um die Fahrtüchtigkeit und Eingewöhnungsphase informiert werden. Dazu gehört beispielweise die Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen, die, wie bei vielen anderen Medikamenten auch, die Fahrsicherheit potenziell beeinträchtigen können. Hierzu zählen insbesondere Müdigkeit, ein verlangsamtes Reaktionsvermögen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schwindel. Wie schon erwähnt, empfiehlt es sich, die Dauer der Eindosierungsphase abzuwarten, bevor wieder aktiv am Straßenverkehr teilgenommen wird. Bedingung ist grundsätzlich eine stabil eingestellte Dosis und keine physischen oder psychischen Beeinträchtigungen.
Darüber hinaus muss vor jeder Fahrt eine Selbstevaluation durchgeführt werden. Patienten müssen also sicherstellen, dass sie körperlich und geistig uneingeschränkt in der Lage sind, sicher ein Fahrzeug zu führen.