Mehr Evidenz in der Cannabis-Therapie!
Mehr Evidenz in der Cannabis-Therapie!

Fünf Jahre nach Inkrafttreten des „Cannabis-als-Medizin-Gesetzes“ bleibt der Zugang zu einer medizinischen Cannabis-Therapie für viele Patient:innen schwierig. Bloomwell reagiert darauf mit einer neuen Evidenz-Initiative, dem Ausbau von Forschungspartnerschaften und der gezielten Erweiterung seines Therapiezentrum-Netzwerks.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Evidenz-Initiative: Bloomwell stellt anonymisierte Patientendaten für universitäre Forschungsprojekte bereit.
- Versorgungsdefizite: Trotz Gesetzeslage bleibt der Zugang zu Cannabis-Therapien eingeschränkt.
- Netzwerkausbau: Neue Therapiezentren stärken die bundesweite Patientenversorgung.
Bloomwell startet Evidenz-Initiative
Bloomwell, die bundesweit erste und führende Plattform für eine telemedizinisch unterstützte und evidenz-basierte ärztliche Behandlung mit medizinischem Cannabis, kündigt den Start einer neuen Evidenz-Initiative an.
Über gezielte Forschungspartnerschaften mit universitären Einrichtungen stellt das Unternehmen anonymisierte Patientendaten aus laufenden Cannabis-Therapien zur wissenschaftlichen Auswertung zur Verfügung.
Die Ergebnisse sollen in medizinisch-wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert und auf internationalen Kongressen vorgestellt werden.
Fokus auf Depression und neuropathische Schmerzen
Das erste Forschungsprojekt widmet sich der Volkskrankheit Depression, von der laut Bundesgesundheitsministerium 16–20 % der Bevölkerung mindestens einmal im Leben betroffen sind.
Bloomwell stellt hierfür anonymisierte Daten von 65 Patient:innen mit chronischer Depression bereit.
Ein weiteres Projekt mit einem norddeutschen Universitätsklinikum untersucht chronische neuropathische Schmerzen anhand von zunächst 100 Patient:innen, bei denen eine ärztliche Cannabis-Therapie nach erfolglosen Vorbehandlungen eingesetzt wurde.
Zugang zur Cannabis-Therapie weiterhin problematisch
Fünf Jahre nach der Gesetzesänderung bleibt die Versorgungslage aus Sicht von Bloomwell deutlich hinter dem Potenzial zurück.
Weniger als 2 % der Ärzt:innen verordnen medizinisches Cannabis, und nur wenige Apotheken verfügen über entsprechende Erfahrung oder Lagerbestände. Dem stehen hunderttausende Cannabis-Verordnungen gegenüber, verglichen mit Millionen Opioid-Verschreibungen jährlich.
Legalisierung 2.0 – offene Fragen
Mit Blick auf die geplante Legalisierung von Cannabis zum Freizeitkonsum fordert Bloomwell, die Erfahrungen aus der medizinischen Versorgung stärker zu berücksichtigen.
Diskutiert werden unter anderem:
- Qualifikation des Verkaufspersonals
- Produktverfügbarkeit und Qualität
- rechtliche Unsicherheiten für Patient:innen, etwa im Straßenverkehr
Netzwerk an Therapiezentren gezielt ausgeweitet
Zur Verbesserung der Versorgung baut Bloomwell sein bundesweites Netzwerk spezialisierter Therapiezentren weiter aus.
Mit den Neueröffnungen in Münster und Passau umfasst das Netzwerk nun 20 Standorte in Deutschland.
Nach einem persönlichen Erstgespräch vor Ort kann die weitere Therapie, sofern ärztlich vertretbar, per Videosprechstunde erfolgen.
Quellenangaben
[1] Müller A. & Karkowsky S. (2021). „Es gibt keine Argumente mehr für die Prohibition“. Legalisierung von Cannabis. Andreas Müller im Gespräch mit Stephan Karkowsky: In: Deutschlandfunk Kultur.
[2] Müller A. & Karkowsky S. (2021). „Es gibt keine Argumente mehr für die Prohibition“. Legalisierung von Cannabis. Andreas Müller im Gespräch mit Stephan Karkowsky: In: Deutschlandfunk Kultur.
[3] Müller-Vahl, K. R., & Grotenhermen, F. (2020). Cannabis und Cannabinoide: in der Medizin. MWV.
[4] Delvaux de Fenffe G. Hanf - Pflanzen. In: Planet Wissen.









