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ADHS: Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und die Rolle von medizinischem Cannabis

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) wird häufig mit Kindern in Verbindung gebracht. Tatsächlich begleitet die Erkrankung viele Betroffene jedoch bis ins Erwachsenenalter. Schwierigkeiten mit Konzentration, Impulsivität oder innerer Unruhe können sich auf Beruf, Beziehungen und den Alltag auswirken.

Die Behandlung von ADHS basiert auf verschiedenen Bausteinen. Neben Psychoedukation, Verhaltenstherapie und etablierten Medikamenten wird auch untersucht, welche Rolle medizinisches Cannabis bei bestimmten Patient:innen spielen könnte.

🧠 Was ist ADHS?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung. Sie äußert sich vor allem durch Probleme in den Bereichen Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Selbstregulation.

Typische Symptome können sein:

  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme
  • Leichte Ablenkbarkeit
  • Innere Unruhe
  • Impulsives Verhalten
  • Schwierigkeiten bei Planung und Organisation
  • Emotionale Überforderung oder Reizbarkeit

Nicht alle Betroffenen zeigen dieselben Symptome. Während bei einigen die Hyperaktivität im Vordergrund steht, leiden andere vor allem unter Konzentrationsproblemen oder innerer Unruhe.

🎯 Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei ADHS?

Die Behandlung richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild und dem Schweregrad der Symptome.

Zu den etablierten Therapieansätzen gehören:

  • Psychoedukation und Aufklärung über die Erkrankung
  • Verhaltenstherapeutische Maßnahmen
  • Coaching und Strategien zur Alltagsorganisation
  • Behandlung möglicher Begleiterkrankungen
  • Medikamentöse Therapie, beispielsweise mit Methylphenidat oder Lisdexamfetamin

Welche Therapie sinnvoll ist, sollte immer gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt entschieden werden.

🌿Wann kann medizinisches Cannabis bei ADHS infrage kommen?

Medizinisches Cannabis gilt derzeit nicht als Standardtherapie bei ADHS.

In bestimmten Fällen kann eine Cannabis-Therapie jedoch ärztlich geprüft werden – beispielsweise bei erwachsenen Patient:innen, wenn etablierte Behandlungen nicht ausreichend wirken, nicht vertragen werden oder zusätzliche Beschwerden bestehen.

Eine Therapie mit medizinischem Cannabis zielt nicht darauf ab, ADHS zu heilen. Sie kann in Einzelfällen dazu beitragen, bestimmte Symptome zu beeinflussen oder die subjektive Belastung im Alltag zu reduzieren.

Im Fokus stehen dabei insbesondere:

  • Innere Unruhe
  • Impulsivität
  • Emotionale Dysregulation
  • Schlafprobleme als Begleiterscheinung
  • Stress- und Anspannungszustände

🧪 THC und CBD bei ADHS

Medizinisches Cannabis enthält verschiedene Wirkstoffe, insbesondere THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol).

THC wird unter anderem hinsichtlich seiner Wirkung auf innere Unruhe, Impulsivität und emotionale Anspannung untersucht. CBD steht vor allem im Zusammenhang mit möglichen beruhigenden Eigenschaften im Fokus der Forschung.

Die wissenschaftliche Datenlage zu Cannabis bei ADHS ist derzeit noch begrenzt. Erste kleinere Studien und Fallberichte deuten darauf hin, dass einzelne Erwachsene von einer Cannabis-Therapie profitieren könnten. Gleichzeitig sind weitere hochwertige Studien notwendig, um Nutzen und Risiken besser beurteilen zu können.

💬 Erfahrungen mit medizinischem Cannabis bei ADHS

Einige erwachsene Patient:innen berichten von Verbesserungen hinsichtlich Konzentration, Impulsivität oder emotionaler Belastung. Die Erfahrungen sind jedoch sehr individuell und lassen sich nicht auf alle Betroffenen übertragen.

Wichtig ist, dass eine Therapie regelmäßig ärztlich begleitet und überprüft wird, um Nutzen und mögliche Risiken sorgfältig abzuwägen.

👨⚕️Anwendung und Dosierung bei ADHS

Falls eine Cannabis-Therapie ärztlich in Betracht gezogen wird, erfolgt die Dosierung individuell und schrittweise.

Dabei werden unter anderem berücksichtigt:

  • Schweregrad der Beschwerden
  • Vorbehandlungen
  • Begleiterkrankungen
  • Weitere Medikamente

Eine eigenständige Anpassung der Dosierung sollte nicht erfolgen.

⚠️ Risiken und Nebenwirkungen

Wie jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen verursachen.

Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit
  • Konzentrationsstörungen
  • Veränderungen des Appetits

THC-haltige Präparate können zudem die Reaktionsfähigkeit beeinflussen.

Besonders wichtig ist die sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung bei ADHS, da einzelne Patient:innen unterschiedlich auf Cannabinoide reagieren können. Nicht jede Person profitiert gleichermaßen von einer Cannabis-Therapie.

📄 Cannabis-Therapie bei ADHS über Bloomwell

Wenn du prüfen möchtest, ob medizinisches Cannabis für dich infrage kommt, kannst du den Prozess digital über Bloomwell starten.

  1. Online-Fragebogen ausfüllen
    Du machst Angaben zu deinen Beschwerden, bisherigen Therapien und deiner medizinischen Vorgeschichte.
  1. Ärztliche Prüfung und Videosprechstunde
    Ein qualifizierter Kooperationsarzt prüft deine Angaben und bespricht mit dir mögliche Therapieoptionen.
  1. Individueller Therapieplan und E-Rezept
    Bei entsprechender medizinischer Indikation kann ein elektronisches Rezept ausgestellt werden.
  1. Versorgung über eine spezialisierte Apotheke
    Die Medikation wird über eine Partnerapotheke bereitgestellt.

❓FAQ zu ADHS und medizinischem Cannabis

Ist medizinisches Cannabis die erste Wahl bei ADHS?

Nein. Zu den etablierten Behandlungsansätzen gehören Psychoedukation, Verhaltenstherapie und zugelassene Medikamente. Medizinisches Cannabis kann in bestimmten Fällen ergänzend ärztlich geprüft werden.

Kann medizinisches Cannabis die Konzentration verbessern?

Einige Erwachsene berichten über positive Effekte auf Konzentration und Aufmerksamkeit. Die wissenschaftliche Evidenz hierzu ist derzeit jedoch begrenzt und weitere Forschung notwendig.

Welche Rolle spielen THC und CBD bei ADHS?

THC und CBD werden hinsichtlich unterschiedlicher Wirkmechanismen untersucht. Welche Wirkstoffzusammensetzung infrage kommt, hängt vom individuellen Beschwerdebild und der ärztlichen Einschätzung ab.

Kann Cannabis ADHS-Medikamente ersetzen?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Bestehende Therapien sollten niemals eigenständig abgesetzt oder verändert werden. Ob eine Cannabis-Therapie sinnvoll ist, sollte immer individuell ärztlich geprüft werden.

Für wen kommt eine Cannabis-Therapie bei ADHS infrage?

Eine Therapie wird vor allem bei Erwachsenen diskutiert, wenn etablierte Behandlungen nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Die Entscheidung erfolgt immer individuell nach ärztlicher Prüfung.

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(1) Cooper RE,Williams E, Seegobin S, Tye C, Kuntsi J, Asherson P. Cannabinoids inattention-deficit/hyperactivity disorder: A randomised-controlled trial. European Neuropsychopharmacology. August 2017;27(8):795–808.

(2) Loflin M, Earleywine M, De Leo J, Hobkirk A. Subtypes of AttentionDeficit-Hyperactivity Disorder (ADHD) and Cannabis Use. Substance Use &Misuse. 21. Marz 2014;49(4):427–34.