
Beschwerden

Arthrose zählt zu den häufigsten Gelenkerkrankungen und kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Schmerzen beim Gehen, morgendliche Steifigkeit oder Einschränkungen bei alltäglichen Bewegungen führen häufig dazu, dass Betroffene ihre Aktivität reduzieren – was die Beschwerden langfristig zusätzlich verstärken kann.
Die Grundlage der Arthrose-Behandlung bilden weiterhin Maßnahmen wie Bewegungstherapie, Physiotherapie, Gewichtsmanagement sowie klassische Schmerz- und Entzündungsmedikamente. Dennoch erzielen nicht alle Patient:innen mit diesen Behandlungsansätzen die gewünschte Linderung oder vertragen die eingesetzten Medikamente dauerhaft gut.
In solchen Fällen kann medizinisches Cannabis unter ärztlicher Begleitung als ergänzende Therapieoption in Betracht gezogen werden. Ziel ist es, chronische Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu fördern und die Lebensqualität im Alltag zu verbessern.
Medizinisches Cannabis wird in der Regel nicht als erste Behandlungsmaßnahme eingesetzt. Vielmehr kann es ergänzend geprüft werden, wenn etablierte Therapien allein keine ausreichende Entlastung bringen.
Mögliche Therapieziele können sein:
Ob eine Cannabis-Therapie sinnvoll sein kann, hängt immer von der individuellen Krankheitsgeschichte und den bisherigen Behandlungserfahrungen ab.

Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei der sich die schützende Knorpelschicht im Gelenk zunehmend abbaut. Dadurch können Knochen, Gelenkkapsel und umliegende Strukturen stärker belastet werden.
Typische Beschwerden sind:
Besonders häufig betroffen sind Knie, Hüfte, Hände, Schulter oder Wirbelsäule.
Während leichte Beschwerden oft durch Bewegung und Physiotherapie kontrolliert werden können, entwickeln manche Betroffene langfristig chronische Schmerzen, die die Lebensqualität deutlich einschränken.

Der menschliche Körper verfügt über ein eigenes Endocannabinoid-System, das unter anderem an der Regulation von Schmerz, Entzündungsreaktionen und Muskelspannung beteiligt ist. Cannabinoide können mit Rezeptoren dieses Systems interagieren und dadurch verschiedene Prozesse beeinflussen.
Im Rahmen einer ärztlich begleiteten Therapie kann medizinisches Cannabis dazu beitragen:
Schmerzwahrnehmung zu beeinflussen
Cannabinoide können die Weiterleitung und Verarbeitung von Schmerzsignalen modulieren. Dadurch werden chronische Gelenkschmerzen häufig als weniger belastend empfunden.
Entzündliche Prozesse zu regulieren
Insbesondere bei aktivierter Arthrose mit Schwellungen und Überwärmung werden Cannabinoide aufgrund ihrer potenziell entzündungsmodulierenden Eigenschaften untersucht.
Muskelverspannungen zu lösen
Chronische Schmerzen führen häufig zu Schonhaltungen und einer erhöhten Muskelspannung. Die entspannenden Eigenschaften bestimmter Cannabinoide können dabei helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Schlaf und Regeneration zu fördern
Viele Arthrose-Patient:innen leiden unter nächtlichen Schmerzen. Eine Verbesserung der Schlafqualität kann sich positiv auf Wohlbefinden und Belastbarkeit auswirken.
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In der modernen Cannabis-Therapie stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung, die je nach Beschwerdebild unterschiedlich eingesetzt werden.
THC wird vor allem aufgrund seiner schmerzlindernden Eigenschaften eingesetzt. Es kann dazu beitragen, die Wahrnehmung chronischer Schmerzen zu verändern und die Belastung durch dauerhafte Beschwerden zu reduzieren. CBD wird insbesondere aufgrund seiner potenziell entzündungsmodulierenden Eigenschaften untersucht. Darüber hinaus wird es häufig genutzt, um die Verträglichkeit einer Therapie zu unterstützen.
Welche Wirkstoffkombination sinnvoll ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab, z. B. von Schmerzintensität, Begleiterkrankungen und bisherige Therapieerfahrungen.

Die wissenschaftliche Evidenz für Cannabinoide bei chronischen Schmerzen gehört zu den am besten untersuchten Anwendungsgebieten der Cannabis-Medizin.
Schmerzlinderung bei chronischen Beschwerden
Mehrere systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass Cannabinoide bei chronischen Schmerzen zu einer klinisch relevanten Reduktion der Schmerzintensität beitragen können.
Verbesserte Lebensqualität
Patient:innen berichten häufig von einer besseren Schlafqualität, einer höheren körperlichen Belastbarkeit und einer verbesserten Teilnahme am Alltag.
Entzündungsmodulierende Effekte
Cannabinoide werden aufgrund ihrer potenziellen Wirkung auf entzündliche Prozesse intensiv erforscht. Insbesondere bei aktivierten Arthrosephasen könnten diese Eigenschaften eine unterstützende Rolle spielen.
Ergänzung eines multimodalen Therapiekonzepts
Nach aktuellem Kenntnisstand ersetzt medizinisches Cannabis weder Physiotherapie noch Bewegungstherapie oder andere gelenkerhaltende Maßnahmen. Es kann jedoch als ergänzender Baustein einer ganzheitlichen Schmerztherapie eingesetzt werden.

Eine Cannabis-Therapie wird immer individuell eingestellt. Dabei gilt das Prinzip:
„Start low, go slow“ – niedrig beginnen und langsam steigern.
Je nach Beschwerden können unterschiedliche Darreichungsformen infrage kommen:
Welche Form für dich geeignet ist, wird im Rahmen der ärztlichen Beratung individuell festgelegt.

Wie jede medikamentöse Therapie kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen verursachen.
Mögliche Begleiterscheinungen sind:
Insbesondere zu Beginn der Behandlung können Kreislaufreaktionen auftreten.
Auch mögliche Auswirkungen auf Fahrtüchtigkeit, Alltagstauglichkeit und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten werden im Rahmen der ärztlichen Betreuung besprochen.
Durch eine vorsichtige Dosierung und regelmäßige Verlaufskontrollen lässt sich die Therapie individuell anpassen.

Wenn trotz Physiotherapie, Bewegungstraining und klassischer Schmerzbehandlung weiterhin relevante Beschwerden bestehen, kann eine ärztliche Einschätzung sinnvoll sein, ob medizinisches Cannabis als ergänzende Behandlungsoption infrage kommt.
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Ärztliche Prüfung
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Individuelle Therapieplanung
Falls eine Cannabis-Therapie infrage kommt, wird ein persönlicher Behandlungsplan erstellt.
Rezept & Versorgung
Das Rezept wird digital ausgestellt und kann über eine Apotheke eingelöst werden.
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Medizinisches Cannabis kann bei chronischen Arthrose-Schmerzen als ergänzende Therapieoption infrage kommen. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation und den bisherigen Therapieerfahrungen ab.
Cannabinoide werden aufgrund ihrer potenziell entzündungsmodulierenden Eigenschaften untersucht. Ob dadurch der Krankheitsverlauf einer Arthrose beeinflusst werden kann, ist derzeit jedoch noch nicht abschließend geklärt.
Nein. Bewegung, Physiotherapie und andere gelenkerhaltende Maßnahmen bleiben wichtige Bestandteile der Arthrose-Behandlung. Cannabis wird gegebenenfalls ergänzend eingesetzt.
Je nach Beschwerden können THC-dominante, CBD-dominante oder kombinierte Präparate eingesetzt werden. Die Auswahl erfolgt individuell durch den behandelnden Arzt.
Das Ziel einer Therapie ist nicht automatisch das Absetzen anderer Medikamente. In manchen Fällen kann unter ärztlicher Begleitung geprüft werden, ob Anpassungen der bisherigen Schmerztherapie sinnvoll sind.
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¹ S3-Leitlinie Angststörungen (AWMF, Update 2024): Dies ist das offizielle deutsche Standardwerk zur Definition und Behandlung von Angststörungen. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/051-028
² Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und klinische Immunologie e.V. (2024): Cannabis sativa und ihr Einsatz bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen. https://www.dgrh.de/lesen/empfehlungen/komplementaere-ansaetze/cannabis-sativa/



