
Beschwerden

Chronische Schmerzen betreffen weit mehr als nur den Körper. Wer über Monate oder Jahre mit anhaltenden Beschwerden lebt, kennt die Auswirkungen auf Schlaf, Energie, Stimmung und soziale Aktivitäten. Viele Betroffene berichten, dass sich ihr Alltag zunehmend um den Schmerz dreht.
Die moderne Schmerzmedizin verfolgt deshalb einen ganzheitlichen Ansatz. Neben Medikamenten kommen häufig Bewegungstherapie, physiotherapeutische Maßnahmen und psychologische Unterstützung zum Einsatz. In bestimmten Fällen kann auch medizinisches Cannabis als ergänzende Therapieoption ärztlich geprüft werden.
Von chronischen Schmerzen spricht man in der Regel, wenn Beschwerden länger als drei Monate bestehen oder immer wiederkehren.
Anders als akute Schmerzen erfüllen sie häufig keine Warnfunktion mehr, sondern entwickeln sich zu einem eigenständigen Krankheitsbild.
Zu den häufigsten Formen gehören:
Begleitend treten oft weitere Belastungen auf:
Die Behandlung chronischer Schmerzen erfolgt häufig multimodal. Das bedeutet, dass verschiedene Therapiebausteine miteinander kombiniert werden.
Dazu gehören beispielsweise:
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der Ursache und dem individuellen Beschwerdebild ab.
Medizinisches Cannabis zählt nicht zu den Standardtherapien der ersten Wahl. In bestimmten Situationen kann jedoch gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt geprüft werden, ob eine Cannabis-Therapie als ergänzende Behandlungsoption infrage kommt.
Dies kann insbesondere dann relevant sein, wenn:
Die Entscheidung erfolgt immer individuell und auf Grundlage der persönlichen Krankengeschichte.
Medizinisches Cannabis enthält verschiedene Wirkstoffe. Im Mittelpunkt stehen vor allem THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol).
THC wird insbesondere im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Schmerzreizen untersucht. CBD steht vor allem wegen möglicher entzündungsmodulierender Eigenschaften im Fokus wissenschaftlicher Forschung.
Je nach Schmerzform können unterschiedliche Wirkstoffprofile infrage kommen. Deshalb erfolgt die Auswahl eines geeigneten Präparats immer individuell.
Chronische Schmerzen gehören zu den am besten untersuchten Anwendungsgebieten von medizinischem Cannabis.
Studien und wissenschaftliche Übersichtsarbeiten deuten darauf hin, dass Cannabis-basierte Arzneimittel bei bestimmten Patient:innen Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung haben können. Besonders häufig untersucht wurden chronische Nervenschmerzen und andere langanhaltende Schmerzsyndrome.
Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass die Wirkung individuell unterschiedlich ausfallen kann. Nicht alle Patient:innen profitieren gleichermaßen von einer Behandlung.
Aus diesem Grund empfehlen Fachgesellschaften eine sorgfältige ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung vor Beginn der Therapie.
Chronische Schmerzen betreffen häufig mehrere Lebensbereiche gleichzeitig.
Viele Betroffene kämpfen zusätzlich mit:
Deshalb steht in der modernen Schmerztherapie nicht allein die Schmerzintensität im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie sich Lebensqualität, Aktivität und Alltag verbessern lassen.
Wie jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel kann auch medizinisches Cannabis unerwünschte Wirkungen verursachen.
Mögliche Nebenwirkungen umfassen unter anderem:
Insbesondere THC-haltige Präparate können die Reaktionsfähigkeit beeinflussen.
Vor Beginn einer Behandlung sollten daher bestehende Erkrankungen, andere Medikamente und persönliche Risikofaktoren sorgfältig ärztlich berücksichtigt werden.
Wenn du herausfinden möchtest, welche Behandlungsoptionen bei chronischen Schmerzen für dich infrage kommen, kannst du den digitalen Behandlungsprozess über Bloomwell starten.
Beschwerden erfassen
Im ersten Schritt dokumentierst du deine Symptome, Diagnosen und bisherigen Behandlungen.
Ärztliche Einschätzung
Ein erfahrener Kooperationsarzt bewertet deine Angaben und bespricht mit dir mögliche Therapieansätze im Rahmen einer Videosprechstunde.
Individuelle Therapieentscheidung
Gemeinsam wird geprüft, welche Behandlungsmöglichkeiten für deine persönliche Situation sinnvoll sein können.
Digitale Rezeptabwicklung
Bei entsprechender medizinischer Indikation kann ein elektronisches Rezept ausgestellt und an eine spezialisierte Apotheke übermittelt werden.
Nein. Die Behandlung chronischer Schmerzen umfasst zahlreiche etablierte Therapieansätze. Medizinisches Cannabis kann in bestimmten Fällen als ergänzende Option ärztlich geprüft werden.
Cannabis-basierte Arzneimittel werden unter anderem im Zusammenhang mit chronischen Nervenschmerzen, Schmerzen bei neurologischen Erkrankungen und anderen langanhaltenden Schmerzsyndromen untersucht.
Ja. THC und CBD besitzen unterschiedliche pharmakologische Eigenschaften. Welche Wirkstoffzusammensetzung sinnvoll sein kann, hängt von der individuellen Situation ab.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Änderungen bestehender Therapien sollten ausschließlich in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt erfolgen.
Eine Cannabis-Therapie kann insbesondere dann geprüft werden, wenn die Beschwerden trotz bestehender Behandlung fortbestehen oder andere Therapieansätze nicht ausreichend vertragen werden.
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Die Frage
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(1) HauserW, Petzke F. Evidenz der Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabispraparaten beichronischen Schmerzen: Ein methodisches Minenfeld. Bundesgesundheitsbl. Juli2019;62(7):836–44.
(2) de Mello Schier AR, de Oliveira Ribeiro NP, Coutinho DS, Machado S, Arias-Carrión O, Crippa JA, Zuardi AW, Nardi AE, Silva AC. Antidepressant-like and anxiolytic-like effects of cannabidiol: a chemical compound of Cannabis sativa. CNS Neurol Disord Drug Targets. 2014;13(6):953-60. doi: 10.2174/1871527313666140612114838. PMID: 24923339.
(3) Stefania Bonaccorso, Angelo Ricciardi, Caroline Zangani, Stefania Chiappini, Fabrizio Schifano, Cannabidiol (CBD) use in psychiatric disorders: A systematic review, NeuroToxicology, Volume 74, 2019, Pages 282-298, ISSN 0161-813X
(4) Hoch E, Niemann D, von Keller R, Schneider M, Friemel CM, Preuss UW, Hasan A, Pogarell O. How effective and safe is medical cannabis as a treatment of mental disorders? A systematic review. Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 2019 Feb;269(1):87-105. doi: 10.1007/s00406-019-00984-4. Epub 2019 Jan 31. Erratum in: Eur Arch Psychiatry Clin Neurosci. 2019 Apr 5;: PMID: 30706168; PMCID: PMC6595000



