
Beschwerden

COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen der Atemwege. Atemnot, Husten und eingeschränkte Belastbarkeit können den Alltag erheblich beeinträchtigen und die Lebensqualität deutlich reduzieren.
Die Grundlage jeder COPD-Behandlung bilden bewährte Maßnahmen wie Rauchstopp, Bewegungstherapie, Atemtraining sowie eine individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung mit Inhalatoren. Dennoch leiden viele Betroffene zusätzlich unter Schlafstörungen, Ängsten, chronischen Schmerzen oder einer ausgeprägten psychischen Belastung.
In solchen Fällen kann medizinisches Cannabis als ergänzende Therapieoption infrage kommen. Ziel ist dabei nicht die Behandlung der COPD selbst, sondern die Unterstützung bei belastenden Begleitsymptomen – immer im Rahmen einer ärztlich begleiteten Therapie.
Bei ausgewählten Patienten kann medizinisches Cannabis dazu beitragen:
Wichtig: Cannabis ersetzt keine leitliniengerechte COPD-Therapie und kann geschädigtes Lungengewebe nicht wiederherstellen.¹
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine fortschreitende Erkrankung der Atemwege, bei der die Bronchien dauerhaft verengt sind und die Lungenfunktion nach und nach abnimmt.
Zu den typischen Beschwerden zählen:
Da COPD nicht heilbar ist, steht die langfristige Kontrolle der Symptome und der Erhalt der Lebensqualität im Mittelpunkt der Behandlung.¹
Die wissenschaftliche Datenlage deutet derzeit nicht darauf hin, dass Cannabis die Ursache der COPD behandelt oder den Krankheitsverlauf wesentlich beeinflusst.
Allerdings wird untersucht, ob Cannabinoide bestimmte Begleitsymptome positiv beeinflussen können. Dabei stehen insbesondere Beschwerden im Fokus, die viele Patienten zusätzlich zur eigentlichen Lungenerkrankung belasten.
Eine ärztlich begleitete Cannabis-Therapie kann unter anderem darauf abzielen:
Besonders bei fortgeschrittenen Erkrankungen oder hoher Symptomlast kann dies einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität leisten.²
Das körpereigene Endocannabinoid-System spielt unter anderem eine Rolle bei der Regulation von Entzündungsprozessen, Stressreaktionen und der Wahrnehmung körperlicher Beschwerden.
THC (Tetrahydrocannabinol) wird vor allem wegen seiner entspannenden und beruhigenden Eigenschaften eingesetzt. Einige Patienten berichten, dass belastende Atemnot subjektiv weniger bedrohlich wahrgenommen wird und dadurch Ängste oder Panikreaktionen nachlassen.
CBD (Cannabidiol) wird insbesondere aufgrund seiner entzündungsmodulierenden Eigenschaften untersucht. Ob diese Effekte bei COPD klinisch relevant sind, wird derzeit noch erforscht.³
Entscheidend ist die individuelle Auswahl des Präparats sowie die fachärztliche Begleitung während der Therapie.
Die wissenschaftliche Evidenz zu Cannabis bei COPD ist bislang begrenzt. Die vorhandenen Daten konzentrieren sich vor allem auf Begleitsymptome und Lebensqualität.
Unterstützung bei belastender Atemnot
Einige Untersuchungen zeigen, dass Cannabinoide die subjektive Wahrnehmung von Atemnot beeinflussen können. Betroffene berichten teilweise über eine geringere Belastung durch Luftnot und eine bessere Entspannung.²
Psychische Entlastung
Chronische Atemwegserkrankungen gehen häufig mit Angstzuständen und Schlafproblemen einher. Hier könnte Cannabis bei ausgewählten Patienten unterstützend wirken.³
Keine Empfehlung zum Rauchen
Fachgesellschaften weisen ausdrücklich darauf hin, dass das Rauchen von Cannabis bei COPD vermieden werden sollte. Verbrennungsprodukte können die Atemwege zusätzlich reizen und die Lunge belasten.¹
Fokus auf orale Anwendungen
Wenn medizinisches Cannabis eingesetzt wird, stehen bei COPD in der Regel Extrakte oder Kapseln im Vordergrund. Diese Darreichungsformen belasten die Atemwege nicht zusätzlich.¹
Wie jede medikamentöse Behandlung kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen verursachen.
Dazu gehören unter anderem:
Gerade bei COPD-Patienten ist eine individuelle Dosierung besonders wichtig. Bestehende Medikamente und Begleiterkrankungen sollten immer ärztlich berücksichtigt werden.
Die Behandlung erfolgt deshalb nach dem Prinzip: „Start low, go slow“, also niedrig beginnen und langsam anpassen.
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So funktioniert der Ablauf:
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Beschreibe deine Beschwerden, Vorerkrankungen und aktuelle Medikation.
Ärztliche Prüfung
Ein qualifizierter Kooperationsarzt bewertet deine Angaben.
Videogespräch & Therapieplanung
Bei Eignung wird ein individueller Therapieplan erstellt.
Rezept & Versorgung
Nach ärztlicher Entscheidung wird ein E-Rezept ausgestellt und an eine Apotheke übermittelt.
Nein. Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand kann Cannabis COPD nicht heilen und ersetzt keine leitliniengerechte Behandlung der Erkrankung.
Nein. Bei COPD wird vom Rauchen von Cannabis ausdrücklich abgeraten, da die Atemwege zusätzlich belastet werden können. Wenn Cannabis eingesetzt wird, stehen meist Extrakte oder Kapseln im Vordergrund.¹
Cannabis behandelt die Ursache der Atemnot nicht. Einige Patienten berichten jedoch, dass belastende Atemnot subjektiv weniger stark wahrgenommen wird und Ängste dadurch abnehmen können.²
Mögliche Wechselwirkungen sind grundsätzlich möglich. Deshalb sollte die Therapie immer ärztlich begleitet und auf deine bestehende Medikation abgestimmt werden.
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¹ Nationale VersorgungsLeitlinie COPD (NVL COPD), aktuelle Fassung.
² Abdallah SJ et al. Effect of Vaporized Cannabis on Exertional Breathlessness and Exercise Endurance in Advanced COPD. Ann Am Thorac Soc. 2018.
³ Bundesministerium für Gesundheit – CaPRis-Studie sowie Übersichtsarbeiten zu Cannabinoiden und chronischen Erkrankungen.



