
Beschwerden

Fibromyalgie fühlt sich für viele Betroffene an wie ein dauerhafter Kreislauf aus Schmerzen, Erschöpfung und Schlafproblemen. Obwohl äußerlich oft keine sichtbaren Veränderungen erkennbar sind, kann die Erkrankung den Alltag erheblich beeinträchtigen. Viele Patient:innen berichten von weit verbreiteten Muskelschmerzen, Konzentrationsproblemen und dem Gefühl, trotz ausreichend Schlaf nicht wirklich erholt zu sein.
Die Behandlung der Fibromyalgie umfasst verschiedene Bausteine. Dazu gehören Bewegungstherapie, Physiotherapie, Entspannungsverfahren, psychotherapeutische Ansätze sowie – je nach Situation – medikamentöse Therapien. Wenn diese Maßnahmen keine ausreichende Linderung bringen oder nicht gut vertragen werden, kann medizinisches Cannabis als ergänzende Therapieoption in Betracht gezogen werden.
Ziel einer ärztlich begleiteten Cannabis-Therapie ist nicht die Heilung der Erkrankung, sondern die Unterstützung bei Symptomen wie chronischen Schmerzen, Schlafstörungen oder einer eingeschränkten Lebensqualität.
Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist eine chronische Schmerzerkrankung, bei der die Verarbeitung von Schmerzreizen im zentralen Nervensystem verändert ist. Anders als bei entzündlichen Erkrankungen lassen sich häufig keine strukturellen Schäden an Muskeln oder Gelenken nachweisen.
Typische Beschwerden sind:
Da die Symptome sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können, erfolgt die Behandlung meist individuell und multimodal.¹
Medizinisches Cannabis gilt nicht als Standardtherapie der Fibromyalgie, wird jedoch zunehmend als ergänzende Option untersucht und eingesetzt.
Cannabinoide interagieren mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System, das unter anderem an der Regulation von Schmerzempfinden, Schlaf, Stimmung und Stressreaktionen beteiligt ist.
Im Rahmen einer ärztlich begleiteten Therapie kann Cannabis dabei unterstützen:
Besonders für Patient:innen mit therapieresistenten Beschwerden oder einer hohen Belastung durch Nebenwirkungen anderer Medikamente kann eine individuelle ärztliche Prüfung sinnvoll sein.
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Bei der Cannabis-Therapie spielt nicht nur die Dosierung, sondern auch das Verhältnis der enthaltenen Cannabinoide eine wichtige Rolle.
THC (Tetrahydrocannabinol) wird vor allem aufgrund seiner schmerzlindernden und entspannenden Eigenschaften eingesetzt. Es kann dazu beitragen,
CBD (Cannabidiol) wird unter anderem wegen seiner potenziell entzündungsmodulierenden und beruhigenden Eigenschaften untersucht. Es besitzt keine berauschende Wirkung und kann je nach Therapiekonzept ergänzend eingesetzt werden.
Welche Wirkstoffkombination sinnvoll ist, hängt von deinem individuellen Beschwerdebild und möglichen Begleiterkrankungen ab.
Fibromyalgie gehört zu den chronischen Schmerzsyndromen, bei denen Cannabinoide in den vergangenen Jahren intensiv untersucht wurden.
Schmerzlinderung
Mehrere Studien und Beobachtungsdaten zeigen, dass viele Patient:innen unter einer Cannabis-Therapie von einer Verringerung ihrer Schmerzintensität berichten.² ⁴
Verbesserte Schlafqualität
Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Beschwerden bei Fibromyalgie. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Cannabinoide die Schlafqualität positiv beeinflussen können.⁵
Verbesserte Lebensqualität
Neben der Schmerzlinderung berichten viele Betroffene über Verbesserungen bei Alltagsaktivitäten, Stimmung und allgemeinem Wohlbefinden.²
Forschungsbedarf bleibt bestehen
Trotz vielversprechender Ergebnisse ist die Studienlage bislang noch nicht vollständig einheitlich. Viele Untersuchungen umfassen relativ kleine Patientengruppen. Größere hochwertige Studien sind weiterhin notwendig, um die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit besser bewerten zu können.³
Wie jede medikamentöse Therapie kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen verursachen.
Mögliche Begleiterscheinungen sind:
In seltenen Fällen können Unruhe oder Stimmungsschwankungen auftreten.
Besonders wichtig sind eine individuelle Dosierung sowie die Berücksichtigung möglicher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Ob und in welchem Umfang die Therapie Auswirkungen auf Fahrtüchtigkeit oder berufliche Tätigkeiten hat, sollte immer ärztlich besprochen werden.
Ob medizinisches Cannabis für deine Beschwerden infrage kommt, wird im Rahmen einer individuellen ärztlichen Prüfung bewertet.
Online-Fragebogen
Beschreibe deine Symptome, bisherige Behandlungen und deine medizinische Vorgeschichte.
Ärztliche Prüfung & Erstgespräch
Ein qualifizierter Kooperationsarzt bewertet deine Angaben und bespricht mögliche Therapieoptionen mit dir.
Individuelle Therapieplanung
Bei entsprechender Eignung wird ein persönlicher Behandlungsplan erstellt und die Dosierung festgelegt.
Rezept & Versorgung
Nach ärztlicher Entscheidung kann ein elektronisches Rezept ausgestellt und an eine Apotheke übermittelt werden.
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Nein. Fibromyalgie gilt derzeit als nicht heilbar. Medizinisches Cannabis wird eingesetzt, um Beschwerden wie Schmerzen, Schlafstörungen oder Erschöpfung zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
THC wird vor allem wegen seiner schmerzlindernden und entspannenden Eigenschaften eingesetzt. Welche Dosierung sinnvoll ist, wird individuell ärztlich festgelegt.
In vielen Fällen ja. Da jedoch Wechselwirkungen möglich sind, sollte die Kombination immer ärztlich geprüft werden.
Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Die Auswahl hängt von deinen Symptomen, deinem Alltag und deiner bisherigen Therapieerfahrung ab.
Das hängt von der Darreichungsform ab. Inhalative Anwendungen wirken meist schneller, während orale Extrakte später einsetzen, dafür aber häufig länger anhalten.
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Die Frage
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¹ Fiz, J., et al. (2011). Cannabis Use in Patients with Fibromyalgia. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21533029/
² Sagy, I., et al. (2019). Safety and Efficacy of Medical Cannabis in Fibromyalgia. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31195754/
³ Shehata, I., Hashim, A., Elsaeidy, A., Nair, A., Urits, I., Viswanath, O., Kaye, A. D., & Habib, M. (2022). Cannabinoids and Their Role in Chronic Pain Treatment: Current Concepts and a Comprehensive Review. Health psychology research, 10(4), 35848. https://doi.org/10.52965/001c.35848
⁴ Fiz, J., et al. (2011): Veröffentlicht in PLoS ONE. Diese Studie belegte, dass Fibromyalgie-Patient:innen zwei Stunden nach der Cannabis-Anwendung eine signifikante Linderung von Schmerzen und Steifheit sowie ein gesteigertes Wohlbefinden zeigten. https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0151634#:~:text=The%20hypothesis%20presented%20in%20this,regard%20to%20the%20present%20results.
⁵ Sagy, I., Bar-Lev Schleider, L., Abu-Shakra, M., & Novack, V. (2019). Safety and Efficacy of Medical Cannabis in Fibromyalgia. Journal of clinical medicine, 8(6), 807. https://doi.org/10.3390/jcm8060807
⁶ Russo E. B. (2016). Clinical Endocannabinoid Deficiency Reconsidered: Current Research Supports the Theory in Migraine, Fibromyalgia, Irritable Bowel, and Other Treatment-Resistant Syndromes. Cannabis and cannabinoid research, 1(1), 154–165. https://doi.org/10.1089/can.2016.0009



