🎗 Krebs: Behandlungsmöglichkeiten und die Rolle von medizinischem Cannabis

Eine Krebsdiagnose verändert das Leben oft von einem Moment auf den anderen. Neben der eigentlichen Erkrankung und den medizinischen Behandlungen stehen viele Betroffene vor zusätzlichen Herausforderungen: Schmerzen, Übelkeit, Appetitverlust, Schlafprobleme oder eine erhebliche Belastung der Lebensqualität.

Die moderne Krebsmedizin verfolgt deshalb einen ganzheitlichen Ansatz. Neben Operationen, Strahlen- und medikamentösen Therapien können unterstützende Maßnahmen dabei helfen, Beschwerden zu lindern und den Alltag besser zu bewältigen. In diesem Zusammenhang wird auch medizinisches Cannabis eingesetzt und wissenschaftlich untersucht.

🩺 Krebsbehandlung und unterstützende Therapien

Die Behandlung von Krebs richtet sich nach Tumorart, Krankheitsstadium und individuellen Faktoren.

Zu den etablierten Therapieformen gehören unter anderem:

  • Operationen
  • Chemotherapie
  • Immuntherapie
  • Strahlentherapie
  • Zielgerichtete Therapien
  • Hormontherapien

Ergänzend kommen häufig sogenannte supportive Therapien zum Einsatz. Sie zielen darauf ab, Beschwerden zu reduzieren und die Lebensqualität während der Behandlung zu unterstützen.

🌿 Wann kann medizinisches Cannabis bei Krebs infrage kommen?

Medizinisches Cannabis wird nicht eingesetzt, um Krebs zu heilen oder Tumorerkrankungen zu behandeln.

In bestimmten Situationen kann jedoch gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen geprüft werden, ob eine Cannabis-Therapie zur Unterstützung bei belastenden Symptomen infrage kommt.

Dabei stehen insbesondere Beschwerden im Fokus wie:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitverlust
  • Gewichtsabnahme
  • Chronische Schmerzen
  • Schlafstörungen
  • Belastung der Lebensqualität

Ob eine Behandlung sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Situation und dem bestehenden Therapieplan ab.

🍽️ Appetitverlust und Gewichtsabnahme

Viele Krebspatient:innen kämpfen während ihrer Erkrankung oder Behandlung mit mangelndem Appetit und ungewolltem Gewichtsverlust.

Cannabinoide werden seit vielen Jahren hinsichtlich möglicher Effekte auf Appetit und Nahrungsaufnahme untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass einzelne Patient:innen von einer Verbesserung profitieren können.

Gleichzeitig ist die Wirkung individuell unterschiedlich und sollte stets ärztlich begleitet werden.

🤢 Übelkeit und Erbrechen während der Krebstherapie

Übelkeit und Erbrechen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen bestimmter Krebsbehandlungen.

Für diese Beschwerden stehen heute verschiedene etablierte Medikamente zur Verfügung. Cannabinoide werden zusätzlich seit Jahrzehnten im Zusammenhang mit therapiebedingter Übelkeit untersucht.

Insbesondere bei einzelnen Patient:innen, bei denen Standardtherapien nicht ausreichend wirken, kann eine ärztliche Prüfung sinnvoll sein.

💥 Schmerzen bei Krebs

Schmerzen können sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch therapeutische Maßnahmen entstehen.

Die moderne Schmerzmedizin bietet zahlreiche Behandlungsoptionen, darunter:

  • Nicht-opioide Schmerzmittel
  • Opioide
  • Spezialisierte Schmerztherapie
  • Physikalische Maßnahmen
  • Psychologische Unterstützung

Cannabis-basierte Arzneimittel werden unter anderem hinsichtlich ihrer Rolle im Rahmen multimodaler Schmerzkonzepte untersucht.

🧪 THC und CBD in der Begleittherapie

Die bekanntesten Wirkstoffe der Cannabispflanze sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol).

THC wird insbesondere im Zusammenhang mit Übelkeit, Appetit und Schmerzwahrnehmung erforscht. CBD steht vor allem wegen möglicher entzündungsmodulierender Eigenschaften im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.

Welche Wirkstoffzusammensetzung geeignet sein könnte, hängt von den individuellen Beschwerden und der Gesamtsituation ab.

🎓 Was sagt die Forschung?

Die wissenschaftliche Datenlage zu medizinischem Cannabis in der Onkologie ist je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich.

Vergleichsweise gut untersucht sind:

  • Chemotherapiebedingte Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitverlust
  • Chronische Schmerzen

Für andere Anwendungsbereiche ist die Evidenz begrenzter.

Wichtig ist: Aktuell gibt es keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass medizinisches Cannabis Krebs heilen oder das Tumorwachstum zuverlässig beeinflussen kann.

🌙 Lebensqualität im Mittelpunkt

Viele Betroffene berichten, dass nicht nur die Erkrankung selbst, sondern auch Begleitbeschwerden ihren Alltag stark beeinflussen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Schlafprobleme
  • Erschöpfung
  • Appetitverlust
  • Schmerzen
  • Psychische Belastung

Deshalb steht bei unterstützenden Therapien häufig die Frage im Vordergrund, wie Lebensqualität und Wohlbefinden verbessert werden können.

⚠️ Risiken und Nebenwirkungen

Wie jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen verursachen.

Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit
  • Konzentrationsstörungen
  • Veränderungen des Appetits

Darüber hinaus können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten.

Gerade in der Onkologie ist deshalb eine enge Abstimmung mit den behandelnden Ärzt:innen besonders wichtig.

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❓ FAQ zu Krebs und medizinischem Cannabis

Kann medizinisches Cannabis Krebs heilen?

Nein. Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist medizinisches Cannabis keine Krebstherapie und kann Krebs nicht heilen.

Wofür wird medizinisches Cannabis bei Krebs eingesetzt?

Medizinisches Cannabis wird vor allem im Zusammenhang mit Beschwerden wie Übelkeit, Appetitverlust, Schmerzen oder Schlafproblemen untersucht und eingesetzt.

Kann Cannabis während einer Chemotherapie verwendet werden?

Das kann in bestimmten Fällen möglich sein. Die Entscheidung sollte jedoch immer gemeinsam mit den behandelnden Ärzt:innen getroffen werden.

Gibt es Wechselwirkungen mit Krebsmedikamenten?

Ja. Wechselwirkungen können grundsätzlich auftreten. Deshalb sollte jede Cannabis-Therapie eng mit dem bestehenden Behandlungsplan abgestimmt werden.

Ist medizinisches Cannabis eine Standardtherapie in der Onkologie?

Nein. Medizinisches Cannabis wird in der Regel als mögliche unterstützende Maßnahme betrachtet und ersetzt keine etablierte Krebsbehandlung.

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Quellenangaben

(1) Parker LA, Rock EM, Limebeer CL. Regulation of nausea and vomiting by cannabinoids. Br J Pharmacol. 2011 Aug;163(7):1411-22. doi: 10.1111/j.1476-5381.2010.01176.x. PMID: 21175589; PMCID: PMC3165951.

(2) Byars T, Theisen E, Bolton DL. Using Cannabis to Treat Cancer-Related Pain. Semin Oncol Nurs. 2019 Jun;35(3):300-309. doi: 10.1016/j.soncn.2019.04.012. Epub 2019 Apr 30. PMID: 31053395.

(3) Turgeman I, Bar-Sela G. Cannabis for cancer – illusion or the tip of an iceberg: a review of the evidence for the use of Cannabis and synthetic cannabinoids in oncology. Expert Opin Investig Drugs. 2019 Mar;28(3):285-296. doi: 10.1080/13543784.2019.1561859. Epub 2018 Dec 29. PMID: 30572744.

(4) Ran Abuhasira, Lihi Bar-Lev Schleider, Raphael Mechoulam, Victor Novack, Epidemiological characteristics, safety and efficacy of medical cannabis in the elderly, European Journal of Internal Medicine, Volume 49, 2018, Pages 44-50, ISSN 0953-6205.

(5) HochE, Friemel CM, Schneider M, Herausgeber. Cannabis: Potenzial und Risiko: Einewissenschaftliche Bestandsaufnahme [Internet]. Berlin, Heidelberg: SpringerBerlin Heidelberg; 2019 [zitiert 9. September 2024]. Verfügbar unter: http://link.springer.com/10.1007/978-3-662-57291-7