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Medizinisches Cannabis bei Parkinson

Unterstützung bei Parkinson durch medizinisches Cannabis

Die Parkinson-Krankheit gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Obwohl die Erkrankung nach aktuellem wissenschaftlichem Stand nicht heilbar ist, stehen heute zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um Beschwerden gezielt zu lindern und die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

Zu den wichtigsten Therapiebausteinen zählen Medikamente zur Erhöhung des Dopaminspiegels, Bewegungs- und Physiotherapie sowie weitere unterstützende Maßnahmen. Dennoch erleben viele Betroffene trotz einer leitliniengerechten Behandlung weiterhin belastende Symptome wie Muskelsteifigkeit, Schlafstörungen, Schmerzen oder innere Unruhe.

In solchen Fällen kann medizinisches Cannabis unter ärztlicher Begleitung als ergänzende Therapieoption infrage kommen. Ziel ist nicht die Behandlung der Ursache der Erkrankung, sondern die Unterstützung bei ausgewählten motorischen und nicht-motorischen Symptomen sowie die Verbesserung der Lebensqualität.

🧩 Was ist Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit (idiopathisches Parkinson-Syndrom) ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Ursache ist der zunehmende Verlust von Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren.

Dopamin spielt eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Bewegungen. Sinkt die Verfügbarkeit des Botenstoffs, können typische Beschwerden entstehen.

Motorische Symptome

  • Muskelsteifigkeit (Rigor)  
  • Verlangsamte Bewegungen (Bradykinese)  
  • Ruhezittern (Tremor)  
  • Gang- und Gleichgewichtsstörungen  

Nicht-motorische Symptome

  • Schlafstörungen  
  • Chronische Schmerzen  
  • Erschöpfung  
  • Innere Unruhe  
  • Depressive Verstimmungen  
  • Angstzustände  

Viele Betroffene empfinden gerade die nicht-motorischen Symptome als besonders belastend, da sie die Lebensqualität oft stärker beeinflussen als die sichtbaren Bewegungsstörungen. ¹

🌿 Kann Cannabis bei Parkinson helfen?

Die Frage, ob Cannabis bei Parkinson helfen kann, wird seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht. Dabei steht vor allem die mögliche Linderung bestimmter Symptome im Mittelpunkt.

Cannabinoide interagieren mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System, das unter anderem an der Regulation von Bewegung, Muskelspannung, Schlaf und Schmerzverarbeitung beteiligt ist.

Eine Cannabis-Therapie kann daher unter ärztlicher Begleitung geprüft werden, um:

  • Muskelsteifigkeit zu reduzieren  
  • Schmerzen zu lindern  
  • Schlafprobleme zu verbessern  
  • innere Unruhe zu verringern  
  • die allgemeine Lebensqualität zu unterstützen  

Wichtig ist dabei: Medizinisches Cannabis ersetzt in der Regel keine etablierte Parkinson-Medikation wie Levodopa oder andere dopaminerge Therapien. Es wird vielmehr als ergänzende Behandlungsoption betrachtet. ³

👉 Hier kannst du prüfen, ob eine ärztlich begleitete Cannabis-Therapie für deine Beschwerden infrage kommt.

🧪 THC und CBD bei Parkinson

Die Wirkung einer Cannabis-Therapie hängt wesentlich von der Zusammensetzung der enthaltenen Cannabinoide ab. THC wird vor allem aufgrund seiner schmerzlindernden, muskelentspannenden und schlaffördernden Eigenschaften eingesetzt. Einige Studien deuten darauf hin, dass THC dazu beitragen kann, Muskelsteifigkeit und bestimmte Bewegungsstörungen subjektiv zu verbessern. ¹

CBD wird insbesondere im Hinblick auf mögliche angstlösende, schlaffördernde und neuroprotektive Eigenschaften untersucht. Die bisherige Forschung liefert Hinweise auf positive Effekte bei Schlafqualität und Wohlbefinden, die Datenlage ist jedoch noch begrenzt. ²

Welche Wirkstoffkombination geeignet ist, wird individuell durch den behandelnden Arzt festgelegt.

🎓 Was sagt die Forschung?

Die wissenschaftliche Evidenz zu Cannabis bei Parkinson wächst kontinuierlich, befindet sich jedoch noch in der Entwicklung.

Verbesserungen einzelner Symptome

Kleinere klinische Studien und Beobachtungsdaten zeigen Verbesserungen bei:

  • Muskelsteifigkeit  
  • Tremor  
  • Schmerzen  
  • Schlafqualität  
  • allgemeinem Wohlbefinden ¹  

Fokus auf Lebensqualität

Besonders konsistent zeigen Studien positive Effekte auf Schlaf, Entspannung und subjektive Lebensqualität. ⁵

Noch keine Standardtherapie

Die aktuellen Leitlinien sehen Cannabis bislang nicht als Standardtherapie für Parkinson vor. Aufgrund der bisherigen Daten kann eine individuelle Anwendung jedoch in bestimmten Situationen sinnvoll geprüft werden. ³

Weitere Forschung notwendig

Viele bislang veröffentlichte Studien umfassen relativ kleine Patientengruppen. Größere kontrollierte Studien werden benötigt, um Nutzen und Risiken noch genauer beurteilen zu können.

💊 Anwendung und Dosierung

Die Einstellung einer Cannabis-Therapie erfolgt immer individuell.

Besonders bei Parkinson ist eine sorgfältige Dosierung wichtig, da viele Betroffene bereits mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen. Typischerweise wird nach dem Prinzip gearbeitet:

„Start low, go slow“ – niedrig beginnen und langsam steigern.

Je nach Beschwerdebild können unterschiedliche Darreichungsformen eingesetzt werden:

  • Cannabisextrakte  
  • Cannabisblüten  
  • standardisierte Cannabisarzneimittel  

Welche Form geeignet ist, wird gemeinsam mit dem behandelnden Arzt entschieden.

⚠️ Nebenwirkungen und Risiken

Wie jede medikamentöse Behandlung kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen verursachen.

Mögliche Begleiterscheinungen sind:

  • Mundtrockenheit  
  • Müdigkeit  
  • Schwindel  
  • Konzentrationsstörungen  
  • Veränderungen des Appetits  

Gerade bei älteren Menschen sollten außerdem mögliche Wechselwirkungen mit bestehenden Medikamenten berücksichtigt werden.

Da Parkinson-Patient:innen häufig mehrere Arzneimittel gleichzeitig einnehmen, ist eine engmaschige ärztliche Begleitung besonders wichtig. ³

Auch Auswirkungen auf Fahrtüchtigkeit und Alltagstauglichkeit werden individuell besprochen.

📱 Medizinisches Cannabis bei Parkinson prüfen lassen

Wenn trotz bestehender Parkinson-Therapie weiterhin belastende Symptome bestehen, kann eine ärztliche Einschätzung sinnvoll sein, ob medizinisches Cannabis als ergänzende Option infrage kommt.

Bloomwell ermöglicht den digitalen Zugang zu erfahrenen Kooperationsärzt:innen, die deine individuelle Situation bewerten und gemeinsam mit dir mögliche Therapieoptionen besprechen.

So funktioniert der Ablauf

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Ärztliche Prüfung
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Individuelle Therapieplanung
Bei medizinischer Eignung wird ein persönlicher Behandlungsplan erstellt.

Rezept & Versorgung
Das Rezept wird digital ausgestellt und kann über eine Apotheke eingelöst werden.

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❓FAQ zu Cannabis bei Parkinson

Kann Cannabis Parkinson heilen?

Nein. Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand kann Cannabis die Ursache der Parkinson-Erkrankung nicht behandeln oder heilen. Die Anwendung zielt auf die Linderung ausgewählter Symptome ab.

Kann Cannabis bei Parkinson-Zittern helfen?

Einige Patient:innen berichten von einer Verbesserung des Tremors. Die Studienlage hierzu ist jedoch bislang nicht eindeutig, sodass die Wirkung individuell unterschiedlich ausfallen kann.

Kann Cannabis die Standardmedikation ersetzen?

Nein. Leitliniengerechte Parkinson-Medikamente bleiben die Grundlage der Behandlung. Cannabis wird gegebenenfalls ergänzend eingesetzt.

Ist Cannabis bei Schlafstörungen im Rahmen von Parkinson sinnvoll?

Schlafstörungen gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen der Erkrankung. Einige Studien und Patientenerfahrungen deuten darauf hin, dass Cannabinoide die Schlafqualität verbessern können. ²

Ist eine Cannabis-Therapie auch für ältere Menschen geeignet?

Grundsätzlich kann eine Therapie unabhängig vom Alter geprüft werden. Da ältere Patient:innen häufiger Begleiterkrankungen und weitere Medikamente haben, erfolgt die Einstellung besonders vorsichtig und unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle.

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Quellenhinweise: 

¹ Lotan, I., et al. (2014). Cannabis (medical marijuana) treatment for motor and non-motor symptoms of Parkinson disease. Clinical Neuropharmacology. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24614667/ 

² Chagas, M. H., et al. (2014). Effects of cannabidiol in the treatment of patients with Parkinson's disease. Journal of Psychopharmacology. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25237116/ 

³ S3-Leitlinie Idiopathisches Parkinson-Syndrom (2024): Aktuelle Standards zur supportiven Therapie. https://register.awmf.org/assets/guidelines/030-010l_Parkinson_Krankheit_2023-11_1.pdf 

Lotan, I., et al. (2014): commons.und.edu https://commons.und.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1203&context=pas-grad-posters#:~:text=Cannabis%20use%20in%20people%20with,medical%20cannabis%20administration%20and%20dosing

Chagas, M. H., Zuardi, A. W., Tumas, V., Pena-Pereira, M. A., Sobreira, E. T., Bergamaschi, M. M., dos Santos, A. C., Teixeira, A. L., Hallak, J. E., & Crippa, J. A. (2014). Effects of cannabidiol in the treatment of patients with Parkinson's disease: an exploratory double-blind trial. Journal of psychopharmacology (Oxford, England), 28(11), 1088–1098. https://doi.org/10.1177/0269881114550355