
Beschwerden

Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist weit mehr als eine Hauterkrankung. Neben entzündeten Hautstellen und starkem Juckreiz leiden viele Betroffene unter Schlafstörungen, psychischer Belastung oder – im Falle einer Psoriasis-Arthritis – unter Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Die Behandlung der Psoriasis basiert heute auf wirksamen Standardtherapien wie Salben, Lichttherapie, systemischen Medikamenten oder modernen Biologika. Dennoch erreichen nicht alle Patient:innen eine ausreichende Symptomkontrolle oder wünschen sich zusätzliche Möglichkeiten, um ihre Lebensqualität zu verbessern.
Medizinisches Cannabis kann in ausgewählten Fällen als ergänzende Therapieoption infrage kommen. Dabei steht nicht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund, sondern die Unterstützung bei belastenden Begleitsymptomen wie Schmerzen, Juckreiz, Schlafproblemen oder chronischem Stress.
Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die eine langfristige medizinische Betreuung erfordert. Medizinisches Cannabis kann dabei helfen:
Wichtig: Cannabis ersetzt keine leitliniengerechte Psoriasis-Therapie und keine notwendige Behandlung durch Dermatolog:innen oder Rheumatolog:innen.¹
Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, bei der sich Hautzellen deutlich schneller erneuern als normalerweise. Dadurch entstehen typische gerötete, schuppende Hautstellen, die häufig mit Juckreiz oder Schmerzen verbunden sind.¹ Typische Beschwerden sind:
Bei etwa einem Drittel der Betroffenen kommt es zusätzlich zu einer Psoriasis-Arthritis, bei der Gelenke und Sehnenansätze entzündlich betroffen sind.¹
Die Forschung beschäftigt sich zunehmend mit der Rolle des Endocannabinoid-Systems in der Haut. Dieses körpereigene Regulationssystem ist unter anderem an Entzündungsprozessen, der Schmerzverarbeitung und der Juckreizregulation beteiligt.²
Cannabinoide werden derzeit untersucht hinsichtlich ihrer möglichen Wirkung auf:
Die bisherige Datenlage ist vielversprechend, reicht jedoch noch nicht aus, um Cannabis als Standardtherapie der Psoriasis zu empfehlen.² ³
Besonders bei Patient:innen mit zusätzlicher Schmerzsymptomatik oder ausgeprägter Belastung kann eine ärztlich begleitete Cannabis-Therapie jedoch als ergänzender Baustein infrage kommen.
Die Wirkstoffe THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) werden unterschiedlich erforscht. THC steht vor allem wegen seiner schmerzlindernden und entspannenden Eigenschaften im Fokus. Es kann dabei helfen:
CBD wird insbesondere hinsichtlich seiner entzündungsmodulierenden Eigenschaften untersucht. Präklinische Studien deuten darauf hin, dass CBD auf verschiedene Signalwege der Haut und des Immunsystems Einfluss nehmen könnte.²
Welche Wirkstoffkombination sinnvoll ist, hängt von den individuellen Beschwerden und der medizinischen Vorgeschichte ab.
Die wissenschaftliche Evidenz zu Cannabis bei Psoriasis entwickelt sich kontinuierlich weiter.
Endocannabinoid-System der Haut
Forschungsarbeiten zeigen, dass Cannabinoid-Rezeptoren in Hautzellen, Immunzellen und Nervenfasern der Haut vorhanden sind. Diese könnten an der Regulation von Entzündungen, Juckreiz und Zellwachstum beteiligt sein.²
Möglicher Einfluss auf Hautzellen
Präklinische Untersuchungen deuten darauf hin, dass Cannabinoide die übermäßige Vermehrung von Keratinozyten beeinflussen könnten – einem zentralen Mechanismus der Psoriasis.²
Psoriasis-Arthritis
Bei Patient:innen mit Gelenkbeteiligung könnten insbesondere die schmerzlindernden Eigenschaften von Cannabinoiden relevant sein. Hier überschneidet sich die Evidenz teilweise mit den gut untersuchten Einsatzgebieten chronischer Schmerzen und rheumatischer Beschwerden.³
Forschungsbedarf bleibt bestehen
Bisher fehlen größere hochwertige klinische Studien, die einen routinemäßigen Einsatz von Cannabis bei Psoriasis rechtfertigen würden. Die Anwendung erfolgt deshalb individuell und nach ärztlicher Prüfung.¹
Wie jede medikamentöse Therapie kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen verursachen.
Mögliche Begleiterscheinungen sind:
In seltenen Fällen können Unruhe oder Herzklopfen auftreten.
Die Behandlung erfolgt deshalb immer individuell und unter ärztlicher Begleitung.
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Bei entsprechender ärztlicher Entscheidung wird das Rezept digital an eine Apotheke übermittelt.
Nein. Psoriasis ist eine chronische Autoimmunerkrankung. Medizinisches Cannabis kann die Erkrankung nicht heilen und ersetzt keine etablierte Psoriasis-Therapie.
Einige Studien und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass Cannabinoide die Wahrnehmung von Juckreiz beeinflussen können. Die individuelle Wirkung kann jedoch unterschiedlich ausfallen.²
Bei Psoriasis-Arthritis stehen häufig Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Vordergrund. In solchen Fällen kann eine ärztlich begleitete Cannabis-Therapie als ergänzende Option geprüft werden.
Nein. Basistherapien, Biologika oder andere notwendige Medikamente sollten niemals eigenständig abgesetzt werden. Ob Cannabis ergänzend sinnvoll sein kann, sollte immer ärztlich beurteilt werden.
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¹ S3-Leitlinie Therapie der Psoriasis vulgaris (Update 2024): Medizinischer Standard für die Behandlung in Deutschland. https://www.ucbcaresforimmunology.de/s3-leitlinie-psoriasis-2025
² Baswan, S. M., et al. (2020/2024): Therapeutic Potential of Cannabinoids in Dermatology. Ein Open-Access-Review, der die Wirkung auf Keratinozyten und Juckreiz beschreibt. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7736837/
³ Derakhshan, N., & Kazemi, M. (2016): Cannabis for Refractory Psoriasis-High Hopes for a Novel Treatment and a Literature Review. Current clinical pharmacology, 11(2), 146–147. https://doi.org/10.2174/1574884711666160511150126



