Cannabistee: Ein Überblick für Patienten in der Cannabis-Therapie
Cannabistee: Ein Überblick für Patienten in der Cannabis-Therapie

Cannabis kann auf unterschiedliche Weise eingenommen werden. Neben Rauchen oder Vaporisieren gewinnt Cannabistee zunehmend an Bedeutung, insbesondere im medizinischen Bereich. Diese Einnahmeform gilt als schonend und unkompliziert. Der folgende Text gibt einen Überblick über Wirkung, Anwendung, Vor- und Nachteile sowie wichtige Aspekte bei der Zubereitung von Cannabistee.
Das Wichtigste in Kürze
- Schonende Einnahme: Cannabistee wird oral aufgenommen und belastet die Atemwege nicht.
- Verzögerte, längere Wirkung: Die Effekte setzen später ein, können jedoch mehrere Stunden anhalten.
- Zubereitung entscheidend: Eine Fettquelle ist notwendig, damit THC oder CBD vom Körper aufgenommen werden können.
Cannabis mithilfe von Tee einnehmen
Cannabis-Tee wird immer beliebter, vor allem bei Patient:innen, die Cannabis zu medizinischen Zwecken verwenden. Diese Form der Einnahme bietet eine schonende und unkomplizierte Möglichkeit, die Wirkstoffe der Cannabispflanze zu sich zu nehmen.
Wir schauen uns an, was Cannabistee genau ist, wie er wirkt und wie er sich im Vergleich zu anderen Einnahmeformen verhält. Zudem geben wir Tipps zur Zubereitung und erklären, worauf zu achten ist, wenn man Cannabistee selbst herstellen möchte.
Was ist Cannabistee?
Cannabistee wird aus den Blüten oder Blättern der Cannabispflanze zubereitet und kann sowohl THC (Tetrahydrocannabinol) als auch CBD (Cannabidiol) enthalten – abhängig von der verwendeten Sorte.
THC ist der psychoaktive Wirkstoff, während CBD für seine entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften bekannt ist. Der Konsum von Cannabistee kann daher eine Möglichkeit sein, Schmerzen zu lindern, ohne dass psychoaktive Effekte im Vordergrund stehen, wenn der Tee entsprechend zubereitet wird (1).
Wie wirkt Cannabistee?
Die Wirkung von Cannabistee unterscheidet sich von anderen Konsumformen wie Rauchen oder Vaporisieren. Da Cannabistee über den Verdauungstrakt aufgenommen wird, setzt die Wirkung langsamer ein – in der Regel nach 30 bis 90 Minuten. Die Effekte können jedoch länger anhalten, oft bis zu 8 Stunden (2).
Wichtig ist, dass Cannabinoide nicht wasserlöslich sind. Der Tee benötigt daher eine Fettquelle, um THC oder CBD aus der Pflanze zu lösen. Butter, Milch oder Kokosöl helfen dabei, die Cannabinoide zu binden und die Aufnahme im Körper zu ermöglichen (3).
Vorteile von Cannabistee
Cannabistee bietet mehrere Vorteile für medizinische Cannabis-Patient:innen:
- Schonende Einnahme: Keine schädlichen Verbrennungsprodukte für die Lunge
- Lang anhaltende Wirkung: Besonders relevant bei chronischen Schmerzen (4)
- Reduzierte psychoaktive Effekte: Durch angepasste Zubereitung kann der THC-Gehalt verringert werden
Nachteile und Herausforderungen
Ein Nachteil ist die schwer einschätzbare Dosierung. Durch den verzögerten Wirkungseintritt kann es schwierig sein, die richtige Menge zu bestimmen.
Eine zu hohe THC-Dosis kann Schwindel, Angst oder Verwirrung verursachen. Es wird empfohlen, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese langsam zu steigern, um die eigene Verträglichkeit zu testen (5).
Wie bereitet man Cannabistee zu?
Zutaten:
- 1 Gramm getrocknete Cannabisblüten oder -blätter
- 1 Liter Wasser
- Eine Fettquelle (z. B. Kokosöl, Milch oder Butter)
Zubereitung:
- Wasser zum Kochen bringen und Fettquelle hinzufügen
- Cannabisblüten oder -blätter zerkleinern
- Cannabis ins kochende Wasser geben und ca. 15 Minuten köcheln lassen
- Tee abseihen und trinken
Die Zugabe von Honig oder Aromastoffen kann den Geschmack verbessern.
Cannabistee vs. andere Einnahmeformen
Im Vergleich zu Rauchen oder Vaporisieren weist Cannabistee folgende Besonderheiten auf:
- Langsamere Wirkung, dafür gleichmäßiger
- Längere Wirkungsdauer, besonders bei anhaltenden Beschwerden (6)
- Keine Belastung der Atemwege, da keine Verbrennung stattfindet
Wissenschaftliche Studien zu Cannabistee
Studien zeigen, dass orale Einnahmeformen wie Cannabistee bei der Linderung von Schmerzen, Übelkeit und anderen Symptomen eingesetzt werden können.
Eine Studie aus dem Jahr 2016 bestätigt, dass THC und CBD oral aufgenommen eine längere, aber sanftere Wirkung entfalten, was sie für Patient:innen mit chronischen Erkrankungen relevant macht (7).
Fazit
Cannabistee ist eine schonende Einnahmeform, insbesondere für Patient:innen in einer Cannabis-Therapie. Die Zubereitung erfordert eine korrekte Dosierung und eine Fettquelle, um Cannabinoide verfügbar zu machen. Die langsame, langanhaltende Wirkung kann für Menschen mit gleichbleibendem Beschwerdebild geeignet sein. Eine ärztliche Rücksprache zur Dosierung und Anwendung wird empfohlen.
Quellenangaben
- Grotenhermen, F. (2003). Pharmacokinetics and pharmacodynamics of cannabinoids. Clinical pharmacokinetics, 42(4), 327-360.
- Huestis, M. A. (2007). Human cannabinoid pharmacokinetics. Chemistry & biodiversity, 4(8), 1770-1804.
- Hazekamp, A. (2016). The trouble with CBD oil. Medical Cannabis and Cannabinoids, 1(1), 65-72.
- Russo, E. B. (2017). The Case for the Entourage Effect and Conventional Breeding of Clinical Cannabis: No “Strain,” No Gain. Frontiers in Plant Science, 8, 2009. https://doi.org/10.3389/fpls.2017.02009
- Vandrey, R., et al. (2015). Cannabinoid dose and label accuracy in edible medical cannabis products. JAMA, 313(24), 2491-2493.
- Bonn-Miller, M. O., et al. (2014). Self-reported cannabis use characteristics, patterns and medical conditions among medical cannabis users. The Journal of Addiction Medicine, 8(1), 5-11.
- Huestis, M. A. (2006). Pharmacokinetics and effects of cannabinoids in different species. Psychopharmacology, 188(4), 406-424.







