Wie Cannabis bei Frauen und Männer unterschiedlich wirkt
Wie Cannabis bei Frauen und Männer unterschiedlich wirkt

Die medizinische Forschung hat lange geschlechtsspezifische Unterschiede vernachlässigt. Neuere Studien zeigen jedoch, dass Frauen und Männer unterschiedlich auf medizinisches Cannabis reagieren. Faktoren wie Stoffwechsel, Hormone und Körperzusammensetzung beeinflussen Wirkung, Verträglichkeit und Therapieerfolg – und sollten bei der Behandlung stärker berücksichtigt werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Frauen reagieren oft stärker auf Cannabis und berichten über intensivere Wirkungen; niedrige Startdosierungen sind empfehlenswert.
- Männer profitieren häufiger von schmerzlindernden und appetitanregenden Effekten, zeigen jedoch teils uneinheitliche sexuelle Reaktionen.
- Biologische Unterschiede wie Hormone, Fettverteilung und Stoffwechsel beeinflussen die Cannabis-Wirkung maßgeblich.
- Soziale Faktoren spielen mit: Männer konsumieren risikoreicher, Frauen erleben stärkere Stigmatisierung in der Therapie.
Warum Geschlecht bei der Cannabis-Therapie eine Rolle spielt
Die medizinische Forschung hat sich traditionell auf junge, gesunde Männer konzentriert. In den letzten Jahren haben jedoch immer mehr Studien die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Medikamentenwirkung hervorgehoben. Dieser Artikel untersucht, wie medizinisches Cannabis bei Frauen und Männern unterschiedlich wirken kann und wie diese Erkenntnisse die Therapie verbessern können.
Wie Geschlecht die Wirkung von Medizinischem Cannabis Beeinflusst
Die Cannabinoide interagieren mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System, wobei geschlechtsspezifische Unterschiede vor allem auf eine unterschiedliche Pharmakodynamik und Pharmakokinetik zurückzuführen sind. Weitere Faktoren wie
- die Verteilung von Fettgewebe und Muskelmasse
- sowie Sexualhormone und Emotionsverarbeitung können ebenfalls eine Rolle spielen.
Was die Forschung über Frauen und Männer sagt
Frauen und Medizinisches Cannabis
Laut einer Studie aus dem Jahr 2020 haben Frauen eine höhere Blutkonzentration eines wichtigen Cannabis-Metaboliten und berichten über eine stärkere subjektive Wirkung. Bei höheren Dosierungen können jedoch negative Emotionen wie Angst und Unruhe auftreten. Daher wird empfohlen, die Anfangsdosierung für Patientinnen niedrig zu halten.
Männer und Medizinisches Cannabis
Bei Männern wurde eine stärkere schmerzlindernde Wirkung festgestellt. Darüber hinaus wirkt Cannabis bei Männern stärker appetitanregend. Die Auswirkungen auf die sexuelle Zufriedenheit sind gemischt; einige Männer berichten von einer Verbesserung der erektilen Funktion, während andere das Gegenteil erleben.
Stigmatisierung und Risikobereitschaft
Männer neigen zu einem risikoreicheren Konsum von medizinischem Cannabis, während Frauen stärker stigmatisiert werden und seltener für eine Behandlung in Betracht gezogen werden.
Fazit
Obwohl einige Studien bereits geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wirkung von medizinischem Cannabis aufzeigen, ist weitere Forschung erforderlich, um diese Erkenntnisse zu vertiefen.
Quellenangaben
- Studie über Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Wirkung von Medizinischem Cannabis
- Pharmakodynamik und Pharmakokinetik von Cannabinoiden bei Frauen und Männern
- Einfluss von Fettgewebe und Muskelmasse auf die Wirkung von Medizinischem Cannabis
- Auswirkungen von Medizinischem Cannabis auf die Sexuelle Zufriedenheit bei Frauen
- Risikokonsum und Stigmatisierung bei der Verwendung von Medizinischem Cannabis









