Cannabis Barometer Q1 2026 – Medizinisches Cannabis ist kein "Ultima Ratio"
Cannabis Barometer Q1 2026 – Medizinisches Cannabis ist kein "Ultima Ratio"

Hier komplettes Barometer lesen:
Das Cannabis Barometer Q1 2026 (deutsch PDF)
The Cannabis Barometer Q1 2026 (english PDF)
Medizinisches Cannabis ist kein "Ultima Ratio"
Umfrage unter 3.528 Patient:innen zeigt massive Reduktion anderer Medikamenten und von Nebenwirkungen
Vorurteile halten sich hartnäckig: Medizinalcannabis wird immer noch als „riskant“, „süchtig machend“ oder „nur für Schwerstkranke“ dargestellt. Die neue Umfrage unter 3.528 Patient:innen aus dem Cannabis Barometer Q1 2026 zeigt das genaue Gegenteil. Wer auf Medizinalcannabis umsteigt, kann andere verschreibungspflichtige Medikamente massiv reduzieren und spürt in den allermeisten Fällen deutlich weniger oder gar keine Nebenwirkungen mehr.
Dr. med. Julian Wichmann, Facharzt und Co-Founder & CEO der Bloomwell GmbH:
„Medizinalcannabis sollte keine Ultima-Ratio-Behandlung sein. Ein individueller Therapieversuch ist in vielen Fällen frühzeitig angebracht – besonders bei Volkskrankheiten wie Schlafstörungen, chronischen Schmerzen oder Angststörungen. Zugleich zeigt unsere Umfrage, dass wir öffentlich endlich auch den großen Nutzen von Medizinalcannabis stärker diskutieren sollten, statt ausschließlich vor empirisch nicht belegten Risiken zu warnen und Blüten zu diskreditieren.“
Vor der Cannabis-Therapie nahmen die Befragten unter anderem (Mehrfachnennung möglich) folgende Medikamente ein:
- 55,8 % nicht-opioidhaltige Schmerzmittel
- 51,5 % Schlafmittel
- 26,8 % Antidepressiva
- 18,8 % Opioide

Durch Medizinalcannabis konnten sie diese Medikamente im Durchschnitt um 84,5 % reduzieren. In mehr als der Hälfte der Fälle (Durchschnitt 58,9 %) sogar komplett absetzen. Besonders beeindruckend:
Schlafmittel: 93,6 % haben diese mindestens halbiert, 75,5 % komplett abgesetzt
Methylphenidat (z. B. Ritalin): die durchschnittliche Reduktion liegt bei 88,4 %, 77,3 % haben sie nach der Umstellung auf Medizinalcannabis komplett abgesetzt.
Opioide: Patient:innen konnten sie durchschnittlich um 83,9 % reduzieren, 61 % konnten Opioide durch Medizinalcannabis komplett absetzen. Von diesen Patient:innen haben 70 % nach eigenen Angaben keine Nebenwirkungen mehr.
Nebenwirkungen?
60,7 % der Patient:innen haben gar keine Medikamenten-assoziierte Nebenwirkungen mehr
37,9 % spüren deutlich weniger Nebenwirkungen
Nur 1,1 % gleich viel, 0,3 % mehr


Positive Auswirkungen auf Lebens- und Arbeitsqualität
67,8 % berichten von besserer Konzentration, 61,9 % von mehr sozialen Kontakten, 53,9 % von weniger beruflichen Fehltagen. Negative Effekte sind extrem selten (unter 3 %).
Vor diesem Hintergrund ist es sehr erfreulich, dass der Durchschnittspreis im Laufe des ersten Quartals auf 4,52 Euro gesunken ist. Der Preisrutsch macht die legale Therapie für immer mehr Menschen attraktiv: viele wechseln aus der illegalen Selbstmedikation in die ärztlich begleitete Therapie mit Medizinalcannabis in pharmazeutischer Qualität aus der Apotheke.

Fazit: Die Daten sprechen eine klare Sprache
Medizinalcannabis ist kein „letzter Ausweg“ mit hohen Risiken. Es ist eine Therapieoption, die Nebenwirkungen minimiert, andere Medikamente überflüssig machen kann und die Lebensqualität spürbar steigert. Die Vorurteile aus Politik und manchen Berufskammern halten der Realität von über einer Million Cannabis-Patient:innen in Deutschland nicht stand.
Wer von chronischen Beschwerden betroffen ist, sollte nicht länger warten. Ein individueller Therapieversuch mit Medizinalcannabis lohnt sich – oft schon früh.






