Medizinisches Cannabis zur Behandlung von Prostatakrebs
Medizinisches Cannabis zur Behandlung von Prostatakrebs

Das Prostatakarzinom ist eine der häufigsten und zugleich belastendsten Krebserkrankungen bei Männern. Neben klassischen Therapieformen rückt zunehmend die Frage in den Fokus, wie begleitende Behandlungsoptionen, etwa medizinisches Cannabis, Symptome lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern können.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Prostatakrebs ist die häufigste bösartige Krebserkrankung bei Männern in Deutschland
- Konventionelle Therapien sind wirksam, gehen aber oft mit erheblichen Nebenwirkungen einher
- Medizinisches Cannabis kann begleitend Schmerzen, Entzündungen und Therapie-Nebenwirkungen lindern
Was ist Prostatakrebs und welche Risikofaktoren gibt es?
Das Prostatakarzinom (Krebs der Vorsteherdrüse oder Prostata des Mannes) ist die häufigste bösartige Krebserkrankung bei Männern in Deutschland und macht ca. 23 % aller Krebserkrankungen aus. Etwa jeder zehnte Mann erkrankt im Laufe seines Lebens daran. In Deutschland werden jährlich rund 65.000 neue Diagnosen gestellt.
Zu den Risikofaktoren zählen insbesondere das Alter, genetische Veranlagungen sowie Umwelteinflüsse wie Rauchen und Alkoholkonsum. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Lebensalter, das durchschnittliche Diagnosealter liegt bei 72 Jahren. Besonders relevant ist die familiäre Vorbelastung: Ist ein naher Verwandter betroffen, ist das Risiko etwa doppelt so hoch.
Auch jüngere Männer können erkranken. Eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigte, dass Prostatakarzinome unter 54 Jahren häufig einen aggressiveren Verlauf und eine ungünstigere Prognose aufweisen.
Was sind typische Symptome bei Prostatakarzinom?
Ein zentrales Problem ist der asymptomatische Verlauf in frühen Stadien. Erst bei fortgeschrittener Erkrankung treten Symptome auf, meist durch Probleme beim Wasserlassen, darunter:
- Vermehrter Harndrang
- Schmerzhafte oder unangenehme Blasenentleerung
- Schwacher Harnstrahl
- Nachtropfen
- Restharnbildung
- Nächtlicher Harndrang
Bei größeren Tumoren können zusätzlich Erektionsstörungen und Blut im Urin auftreten. Prostatakarzinome metastasieren vor allem in Knochen und Lymphknoten. Neben der körperlichen Symptomatik ist auch die psychische Belastung für viele Patienten erheblich.
Wie wird das Prostatakarzinom üblicherweise therapiert?
Die Therapie richtet sich nach Tumorgröße und -stadium.
Gängige Verfahren sind:
- Radikale Entfernung der Prostata
- Chemotherapie
- Hormondeprivationstherapie
- Bestrahlung, fokussierter Ultraschall oder Immuntherapie
Diese Behandlungen sind häufig invasiv und gehen mit teils starken Nebenwirkungen einher. Die Vorsorge gilt daher als wichtigste Maßnahme: Männern ab 45 Jahren steht jährlich eine Früherkennungsuntersuchung zu.
Da die Lebensqualität durch die Therapie oft eingeschränkt wird, wächst der Wunsch nach ergänzenden Behandlungsoptionen – hier rückt medizinisches Cannabis in den Fokus.
Wie kann medizinisches Cannabis beim Prostatakarzinom helfen?
Viele Beschwerden sind mit entzündlichen Prozessen verbunden. Medizinisches Cannabis, insbesondere CBD, kann hier aufgrund seiner entzündungslindernden Eigenschaften unterstützend wirken.
Zudem kann es:
- Schmerzen lindern
- durch entspannende Effekte das Wasserlassen erleichtern
Auch Nebenwirkungen der Krebstherapie wie Schmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen, depressive Symptome oder Reizbarkeit können durch eine begleitende Cannabistherapie gemildert werden. Die stimmungsaufhellende Wirkung kann zusätzlich das allgemeine Wohlbefinden steigern.
Welche Studien gibt es zur Wirksamkeit von medizinischem Cannabis bei Prostatakarzinom?
Die Studienlage ist bislang begrenzt und umfasst auch Labor- und Tierstudien.
- Mousa et al. (2020): Etwa 25 % der untersuchten Patienten nutzten medizinisches Cannabis zur Symptomlinderung; 80 % hielten es für wirksam.
- Rajanahally et al. (2019): Systematische Übersichtsarbeit von 91 Studien mit Hinweisen auf einen möglichen schützenden Effekt. In Laborstudien konnte ein verlangsamtes Wachstum von Prostatakrebszellen beobachtet werden.
Fazit
Medizinisches Cannabis kann beim Prostatakarzinom begleitend zur Linderung von Schmerzen, Schlafstörungen und allgemeinem Unwohlsein beitragen und Nebenwirkungen klassischer Therapien reduzieren. Dadurch kann die Lebensqualität verbessert werden. Für belastbare Aussagen sind jedoch weitere klinische Studien erforderlich.









