Cannabis bei Akne inversa: Was wissen wir 2026 wirklich?

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Cannabis bei Akne inversa: Was wissen wir 2026 wirklich?

Was ist Akne inversa und warum sind die Beschwerden so belastend?

Akne inversa, auch Hidradenitis suppurativa genannt, ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Typisch sind wiederkehrende schmerzhafte Knoten und Abszesse, aus denen sich im weiteren Verlauf Fisteln und Narben entwickeln können.

Neben den sichtbaren Hautveränderungen können insbesondere Schmerzen und wiederkehrende Entzündungen den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen.

Die deutsche S2k-Leitlinie zur Hidradenitis suppurativa / Acne inversa (2024) beschreibt verschiedene medikamentöse, operative und weitere Therapieansätze. Ziel der Behandlung ist es unter anderem, die Krankheitsaktivität zu kontrollieren und Beschwerden zu reduzieren.

Autor

Stefanie Nicolai

Content-Queen

Inhaltsverzeichnis

Wie gut ist Cannabis bei Akne inversa untersucht?

Die wissenschaftliche Evidenz zu Cannabis bei Akne inversa ist bislang sehr begrenzt. Die vorhandene Forschung beschäftigt sich vor allem mit Erfahrungen von Patient:innen, möglichen Auswirkungen auf einzelne Symptome sowie möglichen Wirkmechanismen.

Shojaei et al. (2024) untersuchten die Nutzung cannabisbezogener Produkte bei Menschen mit Hidradenitis suppurativa. Solche Daten können Hinweise darauf liefern, welche Rolle Cannabis aus Sicht von Betroffenen bei der Symptomkontrolle spielt. Sie reichen jedoch nicht aus, um eine Wirksamkeit gegen die Erkrankung selbst nachzuweisen.

Bislang fehlen hochwertige klinische Studien, die zeigen, dass Cannabis die Krankheitsaktivität oder den Verlauf von Akne inversa beeinflusst.

Welche Rolle kann medizinisches Cannabis bei Akne inversa spielen?

Auf Grundlage der bisherigen Forschung liegt der mögliche Ansatz von medizinischem Cannabis eher bei der Unterstützung einzelner belastender Symptome als bei der Behandlung der Akne inversa selbst.

Insbesondere Schmerzen können für Betroffene eine erhebliche Belastung darstellen. Auch die S2k-Leitlinie von 2024 berücksichtigt die Schmerztherapie als Bestandteil des Behandlungskonzepts bei Akne inversa. Cannabis wird dort jedoch nicht als etablierte Standardtherapie der Erkrankung aufgeführt.

Ob medizinisches Cannabis im individuellen Fall als ergänzende Option infrage kommt, sollte daher ärztlich beurteilt und gegen mögliche Risiken abgewogen werden.

THC und CBD: Warum die Zusammensetzung wichtig ist

Cannabis ist nicht gleich Cannabis. Insbesondere die Cannabinoide THC und CBD unterscheiden sich pharmakologisch voneinander.

Ergebnisse aus Untersuchungen mit einem bestimmten Wirkstoff, einer definierten Dosierung oder einem standardisierten Arzneimittel lassen sich deshalb nicht automatisch auf jede Cannabisblüte oder jede beliebige Kombination aus THC und CBD übertragen.

Welche Wirkungen und Nebenwirkungen auftreten können, hängt unter anderem vom verwendeten Präparat, seiner Zusammensetzung und der Dosierung ab.

Kann Cannabis die Entzündung bei Akne inversa beeinflussen?

Akne inversa ist eine entzündliche Erkrankung. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch schließen, dass Cannabis auch die Entzündungsaktivität der Erkrankung wirksam reduziert.

Nach aktuellem Forschungsstand fehlen hochwertige klinische Studien, die eine entzündungshemmende oder krankheitsmodifizierende Wirkung von Cannabis bei Akne inversa belegen.

Eine mögliche Cannabis-Therapie sollte deshalb nicht als Ersatz für die dermatologische Behandlung verstanden werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Je nach Präparat und Dosierung können bei medizinischem Cannabis unter anderem folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Sedierung
  • Mundtrockenheit
  • Beeinträchtigungen der Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit
  • Veränderungen des Appetits

THC kann bei empfindlichen Personen zudem psychische Beschwerden wie Angst oder Unruhe verstärken. Auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln müssen berücksichtigt werden.

Welche Risiken im individuellen Fall bestehen, sollte daher ärztlich beurteilt werden.

Was sagt die aktuelle Forschung ausdrücklich nicht?

Berichte über positive Erfahrungen oder einzelne wissenschaftliche Signale bedeuten nicht automatisch, dass Cannabis Akne inversa heilt oder den Krankheitsverlauf nachweislich verändert.

Gerade bei Beobachtungsstudien können Faktoren wie Auswahlverzerrungen sowie Unterschiede bei Produkt, Dosierung und gleichzeitig eingesetzten Therapien die Ergebnisse beeinflussen.

Die bisherige Forschung liefert daher vor allem Ansatzpunkte für weitere Untersuchungen. Für eindeutige Aussagen zur Wirksamkeit von Cannabis bei Akne inversa ist die Evidenz derzeit noch nicht ausreichend.

Häufige Fragen

Kann medizinisches Cannabis bei Akne inversa helfen?

Möglicherweise kann medizinisches Cannabis bei einzelnen Beschwerden unterstützend eingesetzt werden. Die Forschung speziell zu Akne inversa ist bislang jedoch sehr begrenzt, sodass sich daraus noch keine allgemeine Wirksamkeit ableiten lässt.

Wirkt Cannabis gegen die Entzündung bei Akne inversa?

Eine entzündungshemmende Wirkung von Cannabis auf die Akne inversa selbst ist bislang nicht durch hochwertige klinische Studien belegt. Die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung bleibt daher zentral.

Kann Cannabis Schmerzen bei Akne inversa lindern?

Cannabisprodukte werden von Betroffenen unter anderem im Zusammenhang mit der Symptomkontrolle genutzt, wie Shojaei et al. (2024) untersuchten. Ob und wie stark medizinisches Cannabis speziell Schmerzen bei Akne inversa lindert, ist bislang jedoch nicht ausreichend durch hochwertige klinische Studien geklärt.

Ist Cannabis eine Standardtherapie bei Akne inversa?

Nein. Die S2k-Leitlinie zur Hidradenitis suppurativa / Acne inversa (2024) beschreibt verschiedene etablierte Therapieansätze, medizinisches Cannabis gehört jedoch nicht zu den dort aufgeführten Standardtherapien.

Fazit

Die Forschung zu medizinischem Cannabis bei Akne inversa befindet sich auch 2026 noch in einem frühen Stadium. Untersuchungen wie die von Shojaei und Kolleg:innen (2024) zeigen, dass Cannabisprodukte von Betroffenen genutzt werden und die mögliche Unterstützung bei einzelnen Symptomen ein relevantes Forschungsfeld darstellt. Daraus lässt sich derzeit jedoch keine nachgewiesene Wirkung auf die Krankheitsaktivität oder den Verlauf der Akne inversa ableiten.

Medizinisches Cannabis lässt sich deshalb am ehesten als mögliche ergänzende Option zur Symptomunterstützung einordnen. Ob es im individuellen Fall infrage kommt, hängt unter anderem von den bestehenden Beschwerden, dem verwendeten Wirkstoff und der Dosierung, anderen Therapien sowie der persönlichen Nutzen-Risiko-Abwägung ab.

Quellen

  • AWMF S2k-Leitlinie Hidradenitis suppurativa / Acne inversa 2024 – https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-012l_S2k_Therapie-Hidradenitis-suppurativa-Acne-inversa_2024-08.pdf
  • Shojaei et al. 2024 – Cannabis-related product use in HS – https://doi.org/10.1177/12034754241266125

Redaktioneller Hinweis: Die Evidenz zu diesem Thema wurde im September 2026 aktualisiert. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.