Das Cannabis-Barometer: Eindeutige Präferenz für Medizinalcannabis aus der Apotheke vs. Cannabis vom illegalen Markt

Min. Lesezeit

Das Cannabis-Barometer: Eindeutige Präferenz für Medizinalcannabis aus der Apotheke vs. Cannabis vom illegalen Markt

Hier komplettes Barometer lesen:

DEUTSCH 🇩🇪
‍

ENGLISH 🇬🇧🇺🇸


Das Cannabis-Barometer: eindeutige Präferenz für Medizinalcannabis aus der Apotheke vs. Cannabis vom illegalen Markt

‍‍

Für unser Cannabis-Barometer haben wir im September 7.913 Medizinalcannabis-Patient:innen befragt. Rund neun von zehn kennen beide Bezugswege: den illegalen Markt und den Bezug über die Apotheke mit ärztlichem Rezept. Wir wollten wissen: Was unterscheidet die beiden Bezugswege aus Sicht der Patient:innen?

‍

Gleich vorab: Eindeutiger Punktsieger ist ärztlich verordnetes Medizinalcannabis aus einer lokalen deutschen Apotheke.

‍

Insgesamt wurden die Präferenzen zu illegalem Cannabis vs. zu Medizinalcannabis aus der Apotheke in neun Punkten abgefragt. 7.062 Befragte haben mit beiden Bezugswegen Erfahrung. Die Ergebnisse sind eindeutig, unter anderem:

  • Reinheit: 96,7 Prozent sagen, Medizinalcannabis aus der Apotheke sei sauberer und reiner.
  • Information und Beratung: 98,2 Prozent fühlen sich in der Apotheke besser informiert und beraten.
  • Preis: 94,4 Prozent sagen, Medizinalcannabis aus der Apotheke sei für sie günstiger.

‍

Besonders groß ist der Unterschied beim Stress. Auf einer Skala von 1 (gar kein Stress) bis 10 (sehr viel Stress) bewerten die Befragten den Bezug auf dem illegalen Markt im Schnitt mit 8,1. Den Bezug über die Apotheke bewerten sie mit 1,8.

‍

Zudem haben wir auch explizit nach den Beweggründen für den legalen Bezug von Medizinalcannabis aus der Apotheke gefragt. Wesentliche Ergebnisse lauten:

  • 79,8 Prozent nennen das allgemeine Wohlbefinden
  • 77,8 Prozent die Angst vor Verunreinigungen auf dem illegalen Markt 
  • 77,4 Prozent die Produkttransparenz, also zum Beispiel Angaben zum THC- und CBD-Gehalt.
  • Für knapp die Hälfte spielt außerdem eine Rolle, dass sie als Patient:innen Auto fahren dürfen, ohne ihren Führerschein zu gefährden.

‍

Niklas Kouparanis, Co-Founder und CEO der Bloomwell Group:

‍

„Wir benötigen jetzt Vertrauen und Konsequenz, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Individuelle Freiheit, auch die Wahl der Therapie gemeinsam mit dem behandelnden Arzt, Gesundheits- und Jugendschutz sowie Prävention sind kein Widerspruch.“

‍

Autor

Dr. Julian Wichmann

Cannabis-Doc

Inhaltsverzeichnis

‍

Durchschnittspreis sinkt auf 3,77 Euro

‍

Im zweiten Teil unseres Cannabis-Barometers werfen wir wie gewohnt einen Blick auf aktuelle Marktentwicklungen. Der Durchschnittspreis für Medizinalcannabisblüten ist im dritten Quartal 2026 bei Bloomwell auf 3,77 Euro je Gramm gesunken. Sehr günstige Blüten unter 4 Euro machten 83,5 Prozent der abgegebenen Produkte aus. Die günstigsten Blüten wurden erneut für rund 2 Euro je Gramm abgegeben.

‍

Das ist vor allem für Patient:innen relevant, deren Kosten seit Ende Juli 2026 nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden und die ihre Therapie nun selbst zahlen. Niedrige Preise machen die legale Versorgung für sie finanzierbar und verringern das Risiko, dass sie in illegale Strukturen abwandern.

‍

Abgegebene Mengen wachsen weiter um rund 50 Prozent

‍

Die über Bloomwell von deutschen Apotheken abgegebenen Mengen lagen im dritten Quartal 2026 wie in den vier vorherigen Quartalen rund 50 Prozent über dem Vorquartal. In Relation zum ersten Quartal 2024, dem letzten vor der Herausnahme von medizinischem Cannabis aus dem Betäubungsmittelgesetz, entspricht dies einem Anstieg auf 8.161 Prozent.

‍

Cannabis-Telemedizin ist Rettungsanker

‍

Dr. med. Julian Wichmann, Mitgründer und Geschäftsführer von Bloomwell:

‍

„Bei Preisen für medizinische Blüten ab 2 € je Gramm ist die Therapie auch für Patient:innen finanzierbar geworden, deren Kosten seit Ende Juli 2026 nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden. Das verringert das Risiko, dass diese Patient:innen in illegale Strukturen abwandern. Die Cannabis-Telemedizin ist hier der letzte Rettungsanker für Patient:innen und trotzdem erneut durch das Gesundheitsministerium unter Beschuss.“

‍

Methode

‍

Für diesen Report hat Bloomwell im September 2026 nicht-repräsentativ 7.913 Medizinalcannabis-Patient:innen anonym und datenschutzkonform online befragt.

‍

Für den Report hat Bloomwell zudem datenschutzkonform anonymisierte Datensätze von Cannabis-Patient:innen im sechsstelligen Bereich und Verordnungen im siebenstelligen Bereich berücksichtigt. Alle berücksichtigten Rezepte wurden von selbstzahlenden Patient:innen über die Online-Plattform Bloomwell bei deutschen Partner-Apotheken eingelöst.

‍

‍